N e u e  T e x t e 


  Die hier veröffentlichten Texte sind so neu,  daß sie erst ein Weilchen  "abhängen"  müssen,  bevor sie in eine der vorangehenden Kategorien 

 eingeordnet  werden.  Dabei kann es vorkommen, daß sie sich noch verändern oder auch ganz wieder verschwinden. 


 

 

 

 

 

 

 Sommerfrische 

 

 Hinaus zum Gasthof Schölker fahren 

 Im Sommer ganze Völkerscharen. 

 Das Pferd schwer für die Gäste ackert, 

 Das Kälbchen im Geäste gackert. 

 

 Wo Gänse gern im Blauen saßen, 

 Frisch Blasmusik die Sauen blasen. 

 Sehr forsch bestellt beim Ober dann 

 Ein Sahneeis der Dobermann. 

 

 Die Esel lauern, spähen, kreisen, 

 Wo Fruchtkompott die Krähen speisen. 

 Vom Stall her mächtig rasen Hufe, 

  Sobald ich nach den Hasen rufe. 

 

 Als Pferde zu dem Weiher gingen, 

 Vom Tresen ihnen Geier winken. 

 Als Leibspeis diese haben Weizen. 

 Mit Kuhdung Bienen Waben heizen. 

 

 Der Katze droht ein Mäuserachen. 

 Vor Lachen in die Reuse machen 

 Die Karpfen, bis die Meise kräht. 

 Der Bauer eckig Kreise mäht. 

 

 Mit hundert Sachen rasen Hennen, 

 Die Wettlauf mit den Hasen rennen. 

 Den Sieger dann die Spatzen küren, 

 Daß Appetit die Katzen spüren. 

 

 Kaninchen bellend Ziegen locken, 

 Zwei Ferkel auf den Liegen Zocken. 

 Schon tönt es lauthals:"Schach, Wutz! 

 Dem Turme fehlt der Wachschutz!" 

 

 Die Schnecke bis zum Grabenrand 

 Auf "Sieg" ist mit dem Raben g'rannt, 

 Bis ihr die kurzen Beine schwellen. 

 Im Teiche heiser Schweine bellen. 

 

 In der Remise Spatzen krähen, 

 Die Kühe japsen, kratzen, spähen. 

 An Land sich gar die Schleien wagen. 

 Am Ackerrand die Weihen schlagen. 

 

 Mit Schnattern und auf lauen Socken 

 Die Schafe stumm die Sauen locken. 

 Im Ofen froh der Sittich pfeift, 

 Der Stier sich seinen Fittich seift. 

 

 Zum Abend hin die Hasen röhren. 

 Wer mag, kann's auf dem Rasen hören. 

 Das Einhorn muß die Sauen pflegen, 

 Doch bringt ihm das nur flauen Segen. 

 

 Im Hühnerstall die Schweine singen. 

 Der Pegasus putzt seine Schwingen. 

 Zur Tochter leis ich raune: "Pia! 

 Hier schreien die Kapaune "I-Ah!" 

 

 

 

 

 

 Quasselstrippe II 

 

 Frau Lea im Örtchen Emsbüren 

 Pflegt Telefonate zu führen, 

 Die wollen nicht enden 

 Und Ende nur fänden 

 Durch exorbitante Gebühren. 

 

 

 

 

 

 Doktorarbeit 

 

 Frau Gritt, Germanistin aus Rehren, 

 Studierte den ganz ungefähren 

 Bezug von "Begehren" 

 Zum Verbum "gebären". 

 Das sollte neun Monate währen. 

 

 

 

 

 Mutterwitz 

 

 Ein Eichenlaubspinner aus Glinde, 

 Des Spechts wegen bang, riet dem Kinde: 

 "Wenn der sich erfrecht 

 Und fressen dich möcht, 

 Dann fliehst du sofort auf die Linde!" 

 

 

 

 

 

 Pferdehandel 

 

 Ein Pferdeverkäufer in Zossen 

 Dealt nur mit den edelsten Rossen! 

 Sind kurz schon die Zähne, 

 Ist dünn schon die Mähne - 

 Der Dealer dealt ganz unverdrossen. 

 

 

 

 

 Verfahren 

 

 Ein Eisenbahnkunde aus Lostau 

 Besorgt sich ein Ticket in Roslau. 

 Am Ziel kaut er Semmel 

 Und fragt nach dem Kreml... 

"Sie sind hier in Köln, nicht in Moskau!"

 

 

 

 

 Fake News 

 

 Ein Maultrommelspieler aus Düren 

 Bekam gleich die schönsten Allüren, 

 Als man ihm erzählte, 

 Er sei der Erwählte, 

 Man wolle zum Künstler des Jahres ihn küren. 

 

 

 

 

 Letzter Gedanke einer 

 Sinnierenden Wildsau 

 (Rubrik: Jagd und Hund) 

 "Was wird der hier zu lauern haben? 

 Den möcht ich mit den Hauern laben!" 

 

 

 

 

 Seel-Sorge 

 (Rubrik: Göttlich!) 

 Ein Frommer aus Kiel schenkt zur Trauung 

 Und seiner Herzliebsten Erbauung 

 Ihr'n buntes Brevier, 

 Das war eine Zier! 

 Zur Stärkung sakraler Verdauung. 

 

 

 

 

 Spritztour 

 (Rubrik: Tücken des Alltags) 

 Wenn ich zu Gritt Giesen ratter, 

 Rattre durch ihr Riesengatter, 

 Stört sich am Geratter Giesen. 

 "Bleib mir fern vom Gatterriesen!" 

 

 Bin ich auch der Giesen Ritter, 

 Mag sie's auf dem Riesengitter 

 Nicht, wenn hinters Rasengatter 

 Ich mit meinen Gasen ratter.  

 

 Meckert: "Nicht so gasen, Ritter! 

 Gras verwelkt im Rasengitter! 

 Du mit deinen Rittergasen 

 Killst mir noch den Gitterrasen!" 

 

 Sollte durch das Gatter rasen 

 Ohne Mief von Rattergasen. 

 "Schau, hier kommt dein Ritter, Giesen! 

 Scher dich nicht um Gitterriesen!" 

 

 Nicht am Kattegatt ergatter 

 Er ein Lob mit Ratterratter

 Nein, auf Giesens Gittergitter 

 Rund' auf Runde ritt er, Ritter! 

 

 Würde mehr die Giesen gießen 

 Gras bei ihren Riesenriesen, 

 Könnt ich mit den Gasen gasen, 

 Herrlich übern Rasen rasen. 

 

 Doch macht meist Gritt Giesen Riesen- 

 Stunk, wenn hinterm Riesen Giesen 

 Ritter übern Rasen gasen. 

 Sie macht dieses Gasen rasen. 

 

 

 

 

  Eheleute unter sich 

 (Rubrik: Leute) 

  Ich hab kein Geld, du hast kein Geld... 

 

 " Du gehst sofort, Jens-Ole, koofen 

 Die Feuerung für'n Kohleofen!" 

 "Da sage ich nur: Scheiße, Herzchen

 Was machst du nur für heiße Scherzchen! 

 Auch ich hab für den Ofen kein  

 Bar Kies, um Koks zu koofen ein!" 

 

 

 

 

 Segel-Turn 

 (Rubrik: Wohl bekomm's!) 

 Am Samstag ich nach Kiel schiff 

 Auf meines Liebsten Kielschiff. 

 An Bord gibt's auch Maria, 

 Und trotz Pneumopathia 

 Auf See ich bis ich schiel kiff. 

 

 

 

 

 Kann man drauf pfeifen 

 

 Flaneure lieben's feine Schweifen, 

 So lange, bis die Schweine Pfeifen. 

 

 

 

 

 Überlebensrezept 

 (Rubrik: Mensch und Gesellschaft) 

 Meine gute Tante Th'rese 

 Lud zum Kaff' um Vier. 

 Wenn der Kaffee war getrunken, 

 Trank Tant' Threse Bier. 

 

 Meine gute Tante Th'rese 

 Wurde Hundertvier. 

 Dabei half ihr Erstens Kaffee, 

 Zweitens auch das Bier. 

 

 

 

 

 Mißverständnis vor Berchtesgaden 

 (Rubrik: Sex and Crime) 

 "Ach sage mir, mein Matz, wann, 

 Wann zeigst du mir den Watzmann?" 

 "Wo Fahnen dort von Satzmann wehen, 

 Da halt ich, darfst den Watzmann sehen." 

 

 

 

 

 Unanständig 

 (Rubrik: Sex and Crime) 

 Bin noch von deiner Zot breit - 

 Ich brauche jetzt 'ne Brotzeit. 

 

 

 

 

 Ingo the Eskimo 

 "Come all without, come all within" 

 (Rubrik: Leute) 

 

 Im Eismeer taucht ein Pinguin. 

 Von Schollen sieht man Ingo pien. 

 

 

 

 

 Petri Heil 

 (Rubrik: Wohl bekomm's!) 

 Der Uwe fing mit Lutzeln Brassen, 

 Die will er abends brutzeln lassen, 

 Verschmatzen auf der Fernsehbank 

 Den grätenreichen Bernsee-Fang. 

 

 Dank Angelhaken-Schleiferei 

 Fing Lutz dazu 'ne reife Schlei. 

 Auf eins nur hatte man geacht': 

 Daß sie mit Butter angemacht. 

 

 

 

 

 

 Home Office 

 (Rubrik: Beziehungskisten) 

 Wie schrecklich Jeremias litt - 

 Unsagbar, teilt Elias mit, 

 Nach einem Streit mit Christel Menz! 

 Sie flicht dem keine Mispelkränz, 

 

 Der sie mit ihrer Fistel kränkt; 

 Dafür ein Ding von Christel fängt. 

 Jetzt schreibt an seinem Thema home 

 Der Jay, und pflegt sein Hämatom. 

 

 

 

 

 Gemüseverkäufer 

 (Rubrik: Arbeitswelt) 

 Wat jodelt der Enrico schee 

 Canzon vom welken Chicoree! 

 

 

 

 

 Lob der Sonne 

 (Rubrik: Tierisch!) 

 Die Trauben darf die Sonn' verwöhnen, 

 Beim Wein wir uns mit Wonn' versöhnen. 

 Du liebst es, dich am Wein zu laben? 

 Nun, Bienen tragen Lein zu Waben. 

 

 Was wir von ihren Gaben wissen: 

 Daß diese Sonn' in Waben gießen. 

 Drum laut dies Liedchen prob' und leis: 

 Zentralgestirn, dir Lob und Preis! 

 

 

 

 

 Ehe ist Geben und Nehmen 

 (Rubrik: Beziehungskisten) 

 Halb Dreie kam der Mann geeiert, 

 Den hat sie kräftig angemeiert. 

 Dafür hat meist der Mann gemeiert, 

 Kam sie vom Shoppen angeeiert. 

 

 

 

 

 Altersproblem 

 (Rubrik: Gesundheit!) 

 Wer Zähn' nur zehn sein Eigen nennt, 

 Zu recht heißt den man 

  Dekadent. 

 

 

 

 

 Bratscherinnen 

 (Rubrik: Fortsetzung folgt) 

 Wenn so Damen von den Bratschen 

 Dir charmant mal eine latschen, 

 Fühlt sich's an, als flögen Brocken, 

 Weil: da bleibt keine Auge trocken! 

 

 Glaubt nur nicht, ich wäre feige! 

 Doch das Handling solcher Geige 

 Macht 'nen Bizeps diesen Damen - 

 Na, der fällt schon aus dem Rahmen! 

 

 

 

 

 Kapiert?! 

 (Rubrik: Beziehungskisten) 

 Die Melianthe nie beluur, 

 Für mich ist deine Liebe nur! 

 

 

 

 

 Bausand 

 (Rubrik: Arbeitswelt) 

 An der Saale hellem Strande 

 Stehen Burgen stolz und kühn. 

 Ihre strahlehellen Sande 

 Gibts bei Firma Kolz & Stühn.

 

 

 

 

 Moritat von Maxe Weber 

 (Rubrik: Zu guter letzt!) 

 Ärzterat Max Weber lehrte: 

 Schnaps versaut die Leberwerte. 

 

 Über Webers Leber wachte 

 Auch die Frau. Doch Weber lachte. 

 

 Aus dem fernen Eberswalde 

 Kam des Suffke Webers Alte. 

 

 Weil zum Suffe Weber strebte, 

 Alibis der Streber webte. 

 

  Doch wenn Maxe Weber lallte, 

 Schmerzhaft seine Leber wallte. 

 

 Manch Geschwür die Leber webte 

 Alle Tag, die Weber lebte. 

 

 Bald vom Grabstein Weber grüßte.

 Ob man schön're Gräber wüßte? 

 

 

 

 

 Katzenjammer 

 (Rubrik: Tierisch!) 

 Schrill jammern meine Jammerkatzen, 

 Wenn Jazzer in der Kammer jazzen. 

 Spontan beim Kammer-Jazzen kam er, 

 Mein Aufschrei: "So ein Katzenjammer!" 

 

 Mein Mitleid gilt den Kammerkatzen, 

 Wie jammern sie beim Jammerjazzen! 

 Was macht doch dieses Jazzen Jammer! 

 Und nicht nur in der Katzenkammer! 

 

 Was wäre, wenn die Katzen jazzen, 

 So als Revanche der Jazzen-Katzen? 

 Falls riefen meine Katzen: "Katzen! 

 Zum Gegenangriff! Jazzen! Jazzen!?" 

 

 [Die Jazzer riefen dann - na was wohl? -] 

 

 "Zum Kotzen, Katzen!" 

 

 

 

 

 Ehefrau, lipophob 

 (Rubrik: Beziehungskisten) 

 Mein Bert ist noch fettbärtig 

 Und duftet so feinwürzig, 

 Insofern nicht bettfertig. 

 Denn ist noch der Bert fettig, 

 Und bier-oder weinfürzig, 

 Mich lieber beim Pferd bett ich. 

 

 

 

 

 Der Skipper... 

 (Rubrik: Sportlich, sportlich!) 

 Er wurd', verfehlend Wunschgewicht, 

 An Bord mit einer Winsch gewucht'; 

 Hat lachend sich halbtot geschüttelt, 

 Wie vier Mann an der Schot getütelt. 

 

 

 

 

 Neues aus Absurdistan 

 

 Im Lymphsysteme schlingen Phagen, 

 Derweil am Zweig die Finken schlagen. 

 

 

 

 

 Bissiger Bäcker 

 (Rubrik: Leute) 

 Falls das Brot nicht so gelungen, 

 Daß du kein "hallo!" gesungen, 

 Grad dein Lieblings-Roggenbrot - 

  Du siehst bei solch Brocken rot - 

 

 Tadle nicht den Bäckermeister, 

 Denn bei groß Gemecker beißt er! 

 Doch, wenn er schon beißt, dann mecker! 

 Bessre Brote meist dann bäckt er. 

 

 

 

 

 Genuß pur 

 (Rubrik: Wohl bekomm's!) 

 Nicht schmachtend in der Wüste liegen, 

 Nein, schwelgend im Gelüste wiegen! 

 

 Grad dacht' bei diesem Satze ich: 

 Wer Appetit hat, atze sich! 

 

 Drum, wenn wir jetzt ein Schöppken trinken, 

 Genießen wir zum Tröppken Schinken, 

 

 Den wir zum Saft der Reben naschen, 

 Auch Meeresfrüchte neben raschen 

 

 Salatgeschlecks und Leckerbissen 

 Zum Gaumenreiz von Bäcker Lissen. 

 

 Wenn diesen Duft die Neesen kaschen, 

 Dann wollen'se auch von Käsen naschen. 

 

 Und wenn sich Käs und Wein vermählen, 

 Wird dir am Glücke nichts mehr fehlen. 

 

 Das macht im Höschen keine Windchen - 

 Nicht von dem Käs, noch Weine, Kindchen. 

 

 

 

 

 Ondibodie 

 (Rubrik: Mundart) 

 

 Geständnis in dor Hindorgasse: 

 "Du gloobst nich, wie ich'n Gindor hasse! 

 Doch gäh mol vor in'n Windorgorten, 

 Do gonnste auf den Gindor worten." 

 

 

 

 

 Sibirien 

 (Rubrik: Reisegedichte) 

 Do herrscht in diesen Gauen Windor, 

 Daß Hund' vor Gälde wauen, Gindor! 

 Auch du, in Rußlands Windorgauen, 

 No, würdest sicher, Gindor, wauen. 

 

 Denn gloobe mir, du Gindor, Gauen 

 Wo Hund' im tiefen Windor wauen, 

 Dort ist, in diesen Gauen, Gindor, 

 Wenn Hund' vor Gälde wauen, Windor. 

 

 Wenn Hunde nicht in Gauen wauen, 

 No, ist do auch gein Windor, Gindor. 

 In Rußlands galden Wauen-Gauen, 

 Do wauense nur, wenn, Gindor, Windor. 

 

 

 

 

 Schwarzer Humor 

 (Rubrik: Zu guter letzt) 

 Der Tod, sagt man, sei Schlafes Bruder. 

 Nur pißt er seltner nachts, das Luder! 

 

 

 

 

 Procyon Lotor 

 (Rubrik: Jagd und Hund) 

 "Du bist doch sonst solch Naschbär, Wicht! 

 Doch wart, wenn ich dich hasche, Tier, 

 Ich stopf dich in die Tasche hier!" 

 Ins Eisen tappt der Waschbär nicht. 

 

 Nun hört die beiden fairen Boten, 

 Den Häher und die Rabenkrähe! 

 Sie warnen dort im Graben Rehe, 

 Und schon verhoffen Bärenpfoten. 

 

 Doch Star und Meise sangen fein: 

 "Er tötet unsre Kinderlein, 

 Sind nah und ferne linder kein. 

 Er wird und muß gefangen sein!" 

 

 

 

 

 Sören 

 (Rubrik: Leute) 

 "A home for fleas, hive for bees, a nest for birds..." 

 (Musical Hair) 

 Du sollst auf meine Sätze schwören, 

 Die ich nicht nur so schwätze, Sören! 

 

 Du hast in deinen Haaren Schuppen, 

 Die Flöhe drin in Scharen huppen! 

 Verzehren grad ein Spinnenbein, 

 Die Reste sie nach innen spein. 

 Der Spinnenmann sagt eben: "Laus, 

 Wir pusten deren Leben aus!" 

 

 In diesem Kampf obsiegt der Floh, 

 Denn viel zu hurtig fliegt der so. 

 Im Fluge auch, der Schienen bar, 

 Verläßt dein Haupt 'ne Bienenschar. 

 Da nistet gar 'ne Weidenmeise - 

 Den Kater wär's zu meiden weise. 

 

 Du kannst auf eine Sache schwören: 

 Dein Haar ist nichts für Schwache, Sören! 

 Wie unter Stinktiers Schweife, Sören! 

 Drum solltest du auf Seife schwören! 

 Noch vorzuziehen: Birkenwässer! 

 Die riechen gut und wirken besser. 

 

 

 

 

 Löwenbräu 

 (Rubrik: Schüttelbier

 Die Heuer, die's mit Leuen haben, 
 Mit Leuen sich beim Heuen laben. 
 Welch treuen Ruf doch haben Leuen! 
 Dann heute nach dem Laben heuen! 

 

 Auch nach dem Heuen laben Leuen, 
 Wenn Heuer fertig haben Heuen 
 Und heuer dick das Heuen haben... 
 Erneut sich dann an Leuen laben. 

 

 

 

 

 Dichterischer Notstand 

 (Rubrik: Mensch und Gesellschaft) 

 Zum Tischler-Epos "Leim rein" 
 Gelingt mir nicht EIN Reimlein! 
 Zur "Müllerin von Schleißheim" 
 Kommt nur verbaler Heißschleim. 

 

 Wenn nichts auf "Soll und Haben" reim, 
 Marie, geht's heim nach Rabenheim. 
 Nicht einen einz'gen heißen Reim! 
 Ach nee, mein Schatz, wir reisen heim. 

 

 

 

 

 Mode, omnipräsent 

 (Rubrik: Mensch und Gesellschaft) 

 Man sah ihn schon am Okerstausee, 
 Und bald darauf am Stohcker Ausee.
 Er war sogar schon Seeheim nah, 
 Nachdem man ihn in Neheim sah. 
 Dann ist bestimmt in Hüsten bald er: 
 Der Playtex-Büstenhalter. 

 

 

 

 

 "Volkspolitiker" unter sich 

 (Rubrik: Gedanken zur Politik)

 "Wenn ich uns nur die Lampen richt', 
 Dann steh'n wir voll im Rampenlicht!" 
 Der's sprach, hatt' keinen funken Ehr', 
 Und sagt dies nur von ungefähr. 
 

 "Du redest nassen, weichen Zunder - 
 Ich glaube nicht an Zeichen, Wunder. 
 Wir wollten Höh'n erklimmen! Stau! 
 Ist allerorten, Stimmenklau!" 

 

 

 

 

 FKK und Rohkost 

 (Rubrik: Tücken des Alltags)

 Am bar Gesäß oft stören Mücken, 
 Am Zweitgebiß die Möhrenstücken. 

 

 

 

 

 Antiautoritärer Mist 

 (Rubrik: Kinderkram) 

 Wir alle brauchen Sitte sehr! 

 Ich sage Euch, ich litte sehr, 
 Wenn keiner Kindern Sitte lehr'. 

 

 Denn an verkopfter Null-Lehr-Sitte 
 Wohl nicht zuletzt das Kind sehr litte. 
 Im Hirn blieb was, wenn's litte, leer. 

 

 

 

 

 Umkehrschluß 

 (Rubrik: Sex&Crime!) 

 Gern wir uns an Liebe laben, 
 Andere gern Hiebe haben. 
 Wer da sagt, daß Hiebe laben, 
 Was wird der von Liebe haben? 

 

 Wird auch diese laben Liebe, 
 Die so gerne haben Hiebe? 
 Körperqual wird haben Liebe, 
 Wenn er sagt, ihn laben Hiebe. 

 

 

 

 

 Ganz märchenhaft 

 (Rubrik: Reiselyrik) 

 Kommt, laßt uns an den Weiher reisen, 
 Wo rechten Weg die Reiher Weisen. 
 'S ist weit, dorthin zu reisen, weia, 
 Zum Weiher dieser weisen Reiher. 

 

 Am reinen Rand der Reiherwiesen: 
 Da sieht man gar, au weia, Riesen, 
 Und ihnen rät am Riesenweiher 
 Der greise, weise Wiesenreiher! 

 

 Nun feiern sie am Reiherweiher, 
 Die Riesen mit dem Weiherreiher. 
 Wir hoffen doch, au weia, Reiher, 
 Daß keiner in den Weiher reiher! 

 

 

 

 

 Ratten! 

 (Rubrik: Tierisch!) 

 Weil's übel bei den Latten roch, 
 Entdeckten wir das Rattenloch. 
 Es war wohl ganzer Rotten Loch, 
 Denn ganze Rotten Lotten roch. 

 

 Man sagt, wenn über Rotten lach 
 Die Lotte, gleich nähm' Lotten Rach. 
 "Mit Gift ich über Ratten lach! 
 Jetzt nehm' wir bei den Latten Rach!" 

 
 Grad hört man noch die satten reichen 
 Wie auch die magern Ratten seichen, 
 Schnell müßten alle Ratten laufen, 
 Weil Zwei sich bei den Latten raufen, 

 

 Die Frauen wie die Rattenmänner,  
 Die flinken wie die matten Renner,  
 Und also zu den Latten rauschen, 
 Dem Streitgetös der Ratten lauschen. 

 

 Und während noch die Schlauen gucken, 
 Die Gierigen schon kauen, schlucken. 
 Am End mußt' Lott' die Rattenleichen 
 Mir einzeln durch die Latten reichen. 

 

 Es blieben nicht mal Schattenrisse - 
 Nur kleine, schwarze Rattenschisse. 

 

 

 

 

 Österlicher Besuch im Kolbe-Museum 
 (Rubrik: Göttlich!)

 »Was schwärmten deine Basen: "Nein! 
 Welch göttergleiches Nasenbein!" 
 - Die schönste aller Nasen, Hase: 
 Vom Schokotier die Hasennase. 
 Ach, laß es "cool" die Basen heißen - 
 Wir gehen jetzt die Hasen beißen.« 

 

 

 

 

 Nicht ernst gemeint 

 

 Ach, wie gern ich Gitten quäle 
 Mit dem sauren Quittengelee! 

 

 

 

 

 Ganz klassisch 

 (Rubrik: Wohl bekomms!) 

 Sohn Tantalus zu Niobe: 
 "Die Teewurst, ist die Bio?" - "Nee." 

 

 

 

 

 Capreolus capreolus 

 (Rubrik: Jagd und Hund) 

 Von jungen Saaten nascht das Reh. 
 Den Bauern überrascht das? Nee! 
 "Ich seh's auf meinen Feldern mehr, 
 Als jagdlich zu vermeiden wär. 
 Es frißt mit seinem Lecker eher 
 Noch als ich husten kann die Äcker leer." 

 

 

 

 

 Das Hundchen 

 (Rubrik: Jagd und Hund!)

 Hat erst die Zähne lang gebleckt, 
 Dann meinen Teller blank geleckt. 

 

 

 

 

 Kein Sonnenschutz 

  (Rubrik: Beziehungskisten) 

 Am Südseestrand auf Kaurimuscheln 
 Wußt' Max man mit Babs Mauri kuscheln. 
 Er war in die ja so verpengt, 
 Daß er sich glatt den Po versengt. 

 

 

 

 

 Freitagseinkauf 

 (Rubrik: Fortsetzung folgt /Kurzschüttler) 

 He seggt: 
 "Seehecht!" 

 

 

 

 

 Neues aus Absurdistan 

 

 Der Hund des Kochs für Bargeld 
 Die Leberknödeln garbellt. 

 

 

 

 

 Willkommensbotschaft 

 (Rubrik: Mensch und Gesellschaft ) 

 Weit besser, als ich fände Haß, 
 Ist's, wenn ich deine Hände faß. 
 Denn besser, als am Haß zu kleben, 
 Ist's allemal, ein Glas zu heben! 

 

 

 

 

 Konto gesperrt 

 (Rubrik: Fortsetzung folgt/ Kurzschüttler) 

 Netflix: 
 Ohn' flat nix. 

 

 

 

 

 Olymp im Hungerstreik 

 (Rubrik: Göttlich!) 

 Olympia, ein Spöttergeist: 

 "Was ist mit Euch, Ihr Götter? Speist!" 

 "Der gute Nektar war verschimmelt! 

 Ambrosia ist alle hier: 

 Welch freudenlose Halle, ihr! 

 Der Koch ist in der Schar verwimmelt 

 Hier in Olympos Wimmelscharen... 

 Wohl wegen seiner Schimmelwaren!" 

 

 

 

 

 Ente kross 

 (Rubrik: Wohl bekomm's!) 

 Du sahst sie oft am Deich, in Tümpeln 

 In Seen und in Teichen dümpeln, 

 Mit Federn, schwarz als wie die Nacht; 

 Drum hielt sie nächtens nie die Wacht. 

 

 Die Bäuerin der Trauerente 

 Den Kopf vom Leib mit "Aua" trennte. 

 Wie solcher Szenen Hasser weiß: 

 Gleich rupft man sie mit Wasser, heiß, 

 

  Läuft Blut in Schlachtbrett's Rinne ein, 

 Ins Schälchen gleiten Innereien, 

 Wird dann in Grünbetts Schoß gesetzt, 

 Von Schlemmern für die Soß geschätzt. 

 

 Der Koch bei Rostes Ritze schwöre, 

 Daß nicht zu heiß die Schwitzeröhre 

 Und fachgerecht er 'n Braten rüste, 

  Daß goldigbraun geraten Brüste. 

 

 Wer's riecht, braucht kein' Beweis, er merk: 

 Hier lacht der Kochkunst Meisterwerk! 

 "Welch Augenfreud, der Tafel Kleinod... 

 Und nun - schenk ein, Claude!" 

 

 

 

 

 Bratkartoffelbeziehung 

 (Rubrik: Beziehungskisten) 

 Obwohl ich was getrunken habe, 

 Noch schnell ich zu Lott Hunken trabe. 

 Ich bin bei ihr "Du Lütter mein", 

 Und nenn' sie dafür "Mütterlein". 

 

 "Nun hör Musik und schunkel fein 

 Wohl zu der Kerzen Funkelschein, 

 Derweilen ich das Futter mach - 

 Ich kenn mich aus im Mutterfach!" 

 

 "Hm, heißt es, daß die Soß er schätzt, 

 Wenn gleich sich auf mein' Schoß er setzt?" 

 Und kaum, daß ich das Motto ahne, 

 Schon sind wir auf der Ottomane! 

 

 "Jetzt komm, mein lütter Liebesgott! 

 In meinen Arm! Nun gib es Lott!" 

 Bemerken hier ein Kenner muß: 

 Zu matschig-feucht, der Männerkuß! 

 

 Danach wir spielen Runden stumm 

 Rommee - so gehn die Stunden rum. 

 "'Nen Grog ich dir zur Nacht noch mix. 

 Du bist schon blau? Ach, macht doch nix." 

 

 

 

 

 Lebensregel, erfahrungsbasiert 

 (Rubrik: Beziehungskisten) 

 "In Ketten ihr die Leiber wißt? 

 Auch das schützt nicht vor Weiberlist." 

 

 

 

 

 Holzbub 

 (Rubrik: Kinderkram) 

 In Goltz, da lebt das Hänschen, 

 Das hat aus Holz ein Gänschen. 

 Und auch der Kopf des Hans aus Goltz 

 Ist ganz aus Holz. 

 

 

 

 

 Beim HNO-Arzt 

 (Rubrik: Gesundheit!) 

 Vom tauben Ohr den Käspfropf 

 Nimmt der dir mit dem Fräskopf 

 Vermittels einer Kopffräs' - 

 Und draußen ist der Pfropfkäs. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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