Tereps Tierwelt

 

... Und meist nur ein Haar weit

Neben der Wahrheit!

 

 

Lausige Zeiten 1

 

Unkenrufe von zausige Leiten:

Hört, bald kommen lausige Zeiten!

 

 Hein Kaps hat eine Laus,

 die trinkt gern Schnaps.

 Er nennt sie Klaus.

 Zur Mittagszeit lugt Klaus

 Dem Kaps zum Kragenknopfloch raus,

 Und klagt: Mensch Kaps,

 Du trinkst ja Schnaps zum Essen

 - Wo bleibe ich?

 Grad ausgekämmt, und schon vergessen?

 

 

 Und Klaus verliert alsbald

 Die Contenance und dann den Halt

 Und stürzt bereuend schließlich,

 Jetzt fast schon frei von Neid,

 (Obschon nicht weniger verdrießlich)

 Mitten in Kaps' Teller. Und verzeiht.

 Doch rettet ihn das nicht,

 Zu heiß ist das Gericht.

 Das ist das Ende von Kaps' Laus

 Im Labskaus.

 

 

 

 

   Lausige Zeiten II 

 

 Auf grindig Häuptern äst die Laus, 

 Die fein gekämmten läßt die aus. 

 Du brauchst den Kamm nur rauszulegen, 

 Gleich fängt sich an die Laus zu regen. 

 Denn Kämme find' sie grauselig - 

 Ich wünsch dir Sieg im Lausekrieg! 

 

 

 

 Fuchs und Hase 

 

 "Ich bring, rief Fuchs, der Fähen Grüße", 

 Versteckt im Fang zwei Krähenfüße. 

 "Die Füchslein wollen mit Hasen rangeln, 

 Am Seile übern Rasen hangeln! 

 Nun komm, du gutes Hasentier, 

 Zu Rasenspiel-Extasen hier!" 

 

 "Ja, bring auch meinen Gruß der Fähe! 

 Ich sehe grad den Fuß der Krähe... 

 Nun sage, welches Spiel war das? 

 Sag, und auch jener Deal war Spaß??" 

 Gab Haken schlagend Fersengeld, 

 Und stoppte erst bei Gersenfeld. 

 

 

 

 

 Rattenplage 

 

 Marie rief aus: "Wir haben Ratten, 

 Wie die im Hitchcock Raben hatten!" 

 Lief gleich zum Zoo-Shop "Katten-Röder", 

 Und kaufte gift'ge Rattenköder. 

 

 Grad hört man noch die satten reichen 

 Wie auch die magern Ratten seichen, 

 Schnell müßten alle Ratten laufen, 

 Weil Zwei sich bei den Latten raufen, 

 

 Die Frauen wie die Rattenmänner, 

 Die flinken wie die matten Renner, 

 Und also zu den Latten rauschen, 

 Dem Streitgetös der Ratten lauschen. 

 

 Und während noch die Schlauen gucken, 

 Die Gierigen schon kauen, schlucken. 

 Dann muß Marie die Rattenleichen 

 Mir einzeln durch die Latten reichen. 

 

 Es bleiben nicht mal Schattenrisse - 

 Nur kleine, schwarze Rattenschisse. 

 

 

 

 

Katzereien 

 

 (Schlechte Mutter)

 

Lores Miez hat spitze Zähne,

Aber in der Zitze Späne.

Selten hat sie mal geschaut

Nach den Kätzchen. Schal gemaut!

 

Was sie von der Matte reißt,

Das ist  eine Ratte meist -

Oder Omas Saumagen.

Kann danach kaum "Mau" sagen.

 

 

(Gunde †) 

 

 Die Katz, die so an Gunde hing, 

 Ganz elend vor die Hunde ging. 

 "Allotria", ruft's Mauseheer: 

 "Die Katz maust nicht im Hause mehr!" 

 

 

 (Nicht stubenrein II) 

 

 Am Sonntag keine Sorgen mehr? 

  Ach, dies nervt Sonntagmorgen sehr: 

 Wenn still ein Haufen Katzendreck 

 Dich grüßt von den Matratzen keck. 

 

 

  (Anweisung an den Schulkater) 

 

 "Ha, was ich in der Pause misse? 

 Gewißlich keine Mausepisse! 

 So wenig wie ich Mauseschisse - 

 Hier, riech doch mal, dort schau 'se - misse. 

 Die Nager auf den Dielen fange! 

 Hat einen schon von vielen! Danke!" 

 

 

 

 

Nutztierhaltung, angstbesetzt

 

 Ach, vor der Hörnerbiegezange 

 Ganz schrecklich ist der Ziege bange. 

 

 

Dem Ferkel wird der Boden heißer: 

 Der Bauer naht - der Hodenbeißer! 

 

 

Du nimmst der Wutz den Hinterschinken,

Und schon muß sie zum Schinder hinken.

 

 

 In winzig kleinen Kubenstücken 

  Wohl hudern hundert Stubenkücken! 

 

 

Bekommt die Ente Tütenbrot,

 Dann ist sie noch vorm Brüten tot.

 

 

 

 

Bilchologisches 

 

 (Bilche: Tierart, z.B. der Siebenschläfer)

 

 Der Knuddel-Bilch 

 Ist noch ein Buddel-Knilch;

 Das Bilch-Madel 

 Will stets ein Milch-Badel. 

 

 Der Mutter-Bilch 

 Besteht auf Buttermilch, 

Und selbst der Bilch-Mann 

 Ist ganz im Milch-Bann. 

 

 Ein jeder Bilch 'ne Bilch-Macke,

 Ein jeder Bilch 'ne Milchbacke. 

 

 

 

 

Öffentliches Ärgernis

 

 Die Pferde der Frau Lore
 Sie äpfeln vor dem Tore.
 Man sollte Lores Mähren
 Mal mores lehren!

 

 

 Wölfe unter sich (Brasilien) 

"Ist Zeit, daß ich ein Rißchen beiß."

"Besorg uns auch ein bißchen Reis!" 

 

"Ja, während ich Frau Grugel kill, 

 Heizt du schon mal den Kugelgrill. 

 

 Dann, falls ich sie in Rio beiß, 

 Besorg ich dazu Bio-Reis!" 

 

 

 

  Das Schäfchen 

 

 Es kotzt, es macht seit Tagen "Meeeh!" 

 Und will vor Angst nur Magentee. 

 Es mag nicht nach heraußen, drum: 

 Der Wolf, er streunt da draußen rum. 

 

 Mag nicht bei wem, der beiße, wohnen - 

 Der lacht ja über weiße Bohnen! 

 Reißt alles, was ihm leichte Beute, 

 Und geht nicht mal zur Beichte, Leute! 

 

 Ein Kreuz aufs Konterfei gebührt 

 Den Leuten, die's herbeigeführt. 

 Wohl erst, wenn Friedhofsglocken klingen, 

 Wird klar, wie deren Klocken gingen. 

 

 

Qualvoller Jahreswechsel 

 

 Sylvester wird's der Brillenschlange 

 Vom Knallen, Pfeifen, Schrillen bange. 

 Der Chinaböller hallte schon, 

 Die Heulerpfeife schallte Hohn... 

 

 Sie möchte Donnerschlägen weichen 

 Und sich auf eig'nen Wegen schleichen 

 Bis in des lieben Blühjahrs frühen 

 Beginn mit Phlox und Frühjahrsblühen. 

 

 (Brüh ihr doch ein Glas Kamille,
Mach am Schwanz ma Kille -

Kille!)

 

 

 

 

Ihre Welt sind die Berge 

 

 Ein Vogel in den Zweigen ist 

 Ihr Anlaß für manch Eigenzwist: 

 Erfreut ihr Herze, wenn er singt, 

 Daß Heidi froh dem Senner winkt; 

 Doch wenn vom Zweig die Meise scheißt, 

 Dann nervt ein Fleck von Scheiße meist.

 

 

 

 

Kuckuckseier 

 

Der Spatz beim In-die-Wiege-Legen: 

 "Es drückt so, wenn ich liege wegen 

 Der Eier, die im Wege liegen; 

 Ich sollt' mal das Gelege wiegen!" 

 

 

 

 

Vogelhochzeit

 

Der Distelfink, der Distelfink, 

  Der hat am Po solch Fistelding. 

 

 Als Regenwurm die Weidenmeise 

 Wäre doch zu meiden weise. 

 

 Die Bäuerin der Trauerente

 Den Kopf vom Rumpf mit "Aua" trennte. 

 

 

 

 

 Aufruf 

 

 Wenn Störchinnen mit Raben knutschen, 

 Vom Tuch ganz schnell die Knaben rutschen. 

 Drum eint euch, all ihr Rutscheknaben, 

 Und zeigt's den fiesen Knutscheraben! 

 

 

 

 

 

 Hühnerologisches Phänomen 

 (Für Robert Oettl) 

 

 Nun hört den Hahn, wie schrillt er weit! 

 Entkeuscht die Hühner tucken! 

  Doch beim Kapaun, der wilder schreit, 

 Enttäuscht dieselben gucken. 

 

 

 

 

 

Vergeßlicher Mückerich 

 

 "Am Teiche drüben küßt ich Mucken. 

 Sie sind der Schöpfung Meisterstücke. 

 Ach, sieh doch nur, den Steiß der Mücke!" 

 

 "Wen küßtest du - die Gisela? 

 Das Gretchen, oder Liese gar? 

 "Ich hab's notiert... du müßt ich kucken." 

 

 

 

 

 Insekten 

 

  In Spandau, an den Spekten-Seen,
 Nach Opfern die Insekten spähen.
 Ich schlag' ihn, klatsch ihn, rücke mich -
 Am Ende siegt der Mückerich.
 Pfaustolz nach seinem Siege flitzt
 Er hin, wo eine Fliege sitzt.

 Wie bitter, wenn solch Flegel siegen...
 Brilliert jetzt noch mit Segelfliegen!
Gefangene seines Bannes, mild,
Die Fliege denkt: "Welch Mannesbild!"
Der Mück will sich ans Reisen machen - 

 Da öffnet sich ein Meisenrachen… 

 Befiehlt heut mit gefleckten Segeln 

 Als Teufelchen Insektenflegeln.

 

 

 

 

Das Krokodil

 

 Im Teiche schwamm ein Krokodil.

 Das grämte sich und weinte viel:

 Es wollte sich in Liebe binden,

 Doch konnt' es keinen Partner finden.

 

 Dem vorderindischen Gavial

 War's an den Hüften viel zu schmal.

 Als Neutrum stand's dem Alligator nicht,

 So glaubte er, gut zu Gesicht.

 

 Das Krokodil ruft: DIE Reptilie!

 Im Garten blüht die Petersilie!

Ach, Kaiman, komm nur, es ist Mai!

 Yes I'm in love! Tamderadei!

 

 Da war das Leben wieder fein -

 Und Lust, ein Krokodil zu sein!

 Nun staune jeder, was ein Kaiman -

 sofern verliebt, alles im Mai kann!

 

 

 

 

Ermutigung

 

 War je ein Tier so arrogant

 Als wie im Zoo der Elefant?

 Er neckt den Leoparden: "Mann,

 Sag, stecken Deine Masern an?"

 Und auch das Zebra wird düpiert:

 "In Streifen stets? Geh mal kariert!"

 

 Nur vor der Maus hat er Respekt,

 Weil diese stets voll Listen steckt.

 Sie rief ihn an: "Du bist zwar groß,

 Und klein bin ich ganz zweifellos,

 Doch sage ich Dir: bebe, Hüne!

 Gleich komm' ich mit der Hebebühne!"

 

 

 

 

Begegnung im Ungewissen

 

Der Olli ist ein braver Hai

Und ißt am liebsten Haferbrei.

Am Beet hat er den Giersch umharnt

Und dabei einen Hirsch umgarnt:

"Mei, so a feines Hirschgeweih!"

Darauf der Hirsch unwirsch: "Geh, Hai!

 

 

 

 

 Kunstvoller Tapir 

 

 Er tanzt mit seinem Schlingrüssel 

 Voran durch einen Ringschlüssel. 

 "Gebt acht, wie durch den Schlüsselring 

 Ich jetzt gleich meinen Rüssel schling!" 

 

 

 

 

 Summertime 

 

 Summe, Echse, Echse summ! 

 Summe, Echse, summ um Sechse! 

 

 Um Dreie summt die Rindenlaus 

 Aus dem Geäst der Linden raus. 

 

 Um Viere summt schon in der Regel 

 Das Kind vom Kleinen Rinderegel. 

 

 Dann summt die Fichtenröhrenlaus 

 Um Fünf aus lichten Föhren raus. 

 

 Ach summe, Echse, Echse, summ! 

 Denn schon bald ist Sechse um.

 

Um sieben kommt der Echsenhai

Geschlüpft aus einem Hexenei!

 

 

 

Fischers Fritz 

 Er fing in seiner Mattenreuse 

 Gelegentlich auch Ratten, Mäuse. 

 Da sprach zu ihm ein Mäuserich: 

 "Du fingst in dieser Reuse mich. 

 Jetzt hast du neben Zander, Aal 

 Frei sieben Wünsche an der Zahl." 

 

 Der Fritze denkt: die feine Rede 

 In Wirklichkeit ist reine Fehde. 

 "Nur eins: in meiner Mattenreuse 

 Will ich nie wieder Ratten, Mäuse!

Nie wieder geh ein Rattenmann

An meine teuren Matten ran!" 

 

 

 Fischer sin Fru 

 (RDie Fischersfrau, die's Kind gestillt, 

 Hätt lieber einen Stint gekillt. 

 Doch weil ihr Mann nicht stillen will, 

 Befolgt sie seinen Willen still. 

 

 

 

Affig!

Die Äffin sprach zu ihrem Gatten: "Tät's

Mich nicht vor fremden Landen grausen -

In Gibraltar würde ich stets

Nur feine Granden lausen".

 

 

 

 

Umweltdrama

 

Beim Steinfresser ist große Not,

Es gibt kaum Steine, nur noch Brot!

Man riet: "So freßt doch Kieselsteine!"

Doch mögen diese Stiesel keine.

 

 

 

 

Der Beutel macht's

 

 Hinab jetzt in die Ränge, Kuh! 

 Hier oben sitzt das Kängeruh! 

 

 

 

  Hahnenkampf 

 

 Nun zeigt uns mal den Sporn, Hähne! 

 Und fetzt ihn wild zu Hornspäne! 

 Arg spitzig ist der Hähne Sporn; 

 In Kürze wird zu Späne Horn. 

 

 

 

Klassentreffen 

 

 Auf Hundeschules Klassentreffen 

 Der Basset siegt im Trassenkläffen - 

 

  Ein Spiel, das andre Hunderassen 

 Bis hin zur letzten Runde hassen. 

 

 Viel lieber spielen Mops und Collie 

 Jetzt mit dem Pinscher Cops und Molly. 

 

 Der Sennenhund will Schweine beißen. 

 Er rennt, daß ihm die Beine schweißen! 

 

 Doch dieses Spiel, das raue, sei, 

 So meint der Bobtail, Sauerei! 

 

 Der Mops nach seinem Schatten beißt, 

Der Fox in die Rabatten scheißt.

 

 "Paßt auf:", entfährts dem witz'gen Spitz

 "Erzähl euch einen spitz'gen Witz: 

 

Er hat, sagt man, solch Wackelding

Am Po, womit der Dackel wink'.

 

 Der Magyar macht aus Haufen Leim." 

 Und alle Hunde laufen heim. 

 

 

 

 

 Wenn ich ein Schweinchen wär 

 (Melodie: "Wenn ich ein Vöglein wär") 

 

 Wenn ich ein Schweinchen wär, 

 Den Kopf vom Weinchen schwer, 

 Flög ich zu dir. 

 Weil's aber nicht kann sein, 

 Weil's aber nicht kann sein

 Bleib ich allhier. 

 

 Wenn ich zwei Schweinchen wär, 

 Den Kopf vom Weinchen schwer, 

 Flög ich zu dir. 

 Stets hinter mir her, 

 Stets hinter mir her 

 Von mir zu dir. 

 

 Wenn ich drei Schweine wär, 

 Den Kopf vom Weine schwer, 

 Flögen wir zu dir. 

 Stets hinter uns her, 

 Stets hinter uns her

 Von uns zu dir. 

 

 

 

 

 

 © Peter Möck, Berlin 

 

 

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